7. März 2016
Leserbrief zum Artikel: „Waldstandorte nicht ausgeschlossen“

Leserbrief zum Artikel:

„Waldstandorte nicht ausgeschlossen“ Mittwoch, 2.3.2016
Besuch von Minister Bonde in Malsch

Im Artikel wird erwähnt, dass manche Zuhörer wenig Verständnis für das Prozedere dieses Abends gehabt hätten – gut so!

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bin längst keine „Schülerin“ mehr, die es nötig hat, sich mit vorformulierten Fragen auf die Sprünge helfen zu lassen. Es war das erklärte Vorhaben der grünen Veranstalter in dieser Art und Weise zu verfahren.

Hat man nun schon einmal einen Minister vor Ort und das für eine sehr, sehr begrenzte Zeit, darf ich diese als Bürger nutzen, um Themen zu diskutieren, die mich bewegen. Wenn ich als Partei eine offene Bürgergesellschaft mit echter Beteiligung wirklich will, muss ich mit den Menschen sprechen, zuhören, aufnehmen und evtl. sogar meine Politik korrigieren.

Offensichtlich ist es schwer mit Vertretern einer Partei in einen echten Dialog zu treten. Sie sind es gewohnt, sich in ausgedehnten Auslassungen zu ergießen, die es fast unmöglich machen, eine Gegenfrage zu stellen. Von den Zuhörern wird dagegen erwartet, sich präzise und kurz zu fassen. Wird eine Frage gestellt, ist dies für die meisten Politiker der Startschuss für den nächsten ausführlichen Erguss. Dahinter steckt natürlich Methode. Wer die meiste Redezeit hat, muss sich weniger mit Kritik auseinandersetzen. Meines Erachtens ist dieses Verhalten weder klug noch demokratisch. Es fördert nur die viel beschworene Politikverdrossenheit. Dieser Abend war keine Ausnahme.

Inhaltlich ist nichts Neues zu vermerken, Herr Bonde hat den Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg verteidigt. Hinweise auf Widersprüche in ihrer Haltung zum Artenschutz (im Nationalpark schützt er den Dreizehenspecht, den Sperlingskauz, aber im Malscher Wald sind Weißstorch, Waldschnepfe, Schwarz- und Rotmilan, Fledermäuse, Haselmaus, Buchenwälder davon ausgeschlossen) schmetterte er ebenso ab, wie die Verweise auf mangelnde Wirtschaftlichkeit, keine Speichermöglichkeiten in Sicht, Druck auf die Gemeinden durch den Windenergieerlass, zu geringe Abstände zur Wohnbebauung etc.

Grün-Rot ist leider nach wie vor nicht bereit, Bedenken und Fakten, die gegen Windräder im Wald, die Energiewende (eigentlich nur eine Stromwende) im Allgemeinen sprechen, zur Kenntnis zu nehmen. Das Parteibuch regiert über Weitsicht und Vernunft – wieder einmal.

Brigitte Kunz
Malsch

„Leider wurde dieser Leserbrief von der BNN nicht veröffentlicht, da es kurz vor der Landtagswahl zu viele seien“