27. März 2018
Leserbrief: Der Bürgerinitiative gegen Windkraft zu verdanken

Zur Entscheidung der Stadt Ettlingen, vor dem Verwaltungsgerichtshof in Sachen Windkraft zu klagen (Bericht vom 24. März):

Die Bürger der Stadt Ettlingen sind zu beglückwünschen, dass sich der Stadtrat mehrheitlich für den Klageweg gegen Windkraft am Kreuzelberg ausgesprochen hat. Deutschland beugt mit den Ausnahmegenehmigungen des Tötungsverbots gefährdeter Arten zugunsten der Windenergie europäisches Recht. Reinhard Schrieber von den Grünen liefert mit seiner Äußerung „Klimaschutz, sprich Windkraft, sei Artenschutz“ die Perversion grüner Ideologie. Offensichtlich ist es bei den Grünen noch nicht angekommen, dass der Klimawandel in der Liste des Artensterbens an siebter Stelle steht, der Verlust an Lebensraum aber an erster Stelle und zwar zu Wasser und zu Land.

Und was die Androhung von Bürgermeister Heidecker angeht, dass im Falle einer Niederlage auf allen Ettlinger Flächen Windkraft zulässig wäre, so ist dieses angedrohte Szenarium übliche Praxis, um Gemeinderäte und Stadträte zu Pro Windkraft Abstimmungen zu nötigen und die Bürger zu verunsichern. Der politische Wille muss durchgesetzt werden gegen jede Vernunft. Straubenhardt ist das beste Beispiel aus der Region Nordschwarzwald. Straubenhardt war nur der Anfang mit seinen 11-mal 200 Meter hohen Windkraft-Industrieanlagen mitten im Naturpark und Landschaftsschutzgebiet. 24 weitere Flächen sind in der Vorhabenplanung des Regionalverbands Nordschwarzwald und auch der Regionalverband Oberer Mittelrhein ist ständig auf der Suche nach weiteren Flächen. Es ist den Artenschutz-Aktivitäten der Schluttenbacher Bürgerinitiative gegen Windkraft auf dem Kreuzelberg zu verdanken, dass der Stadtrat letztlich so entschieden hat.

Baden-Württemberg, das windschwächste aller Bundesländer, wird niemals Vorreiter der Windenergie sein können, auch wenn es das Streben von Minister Untersteller (Grüne) ist, wie er immer wieder öffentlich betont, im Ranking ganz oben zu stehen. Als Ausgleich dafür, dass das ach so windarme Baden-Württemberg einfach nicht genug Wind bietet, gibt es an windschwachen Standorten zusätzlich 29 Prozent mehr an Subventionen als im windreicheren Norden. Was für ein Irrsinn. Und der Bürger zahlt und zahlt – wofür eigentlich? Für eine schwankende, nicht Grundlast fähige Stromerzeugung ohne jegliche Speichermöglichkeit.

Erinnern wir uns: im Dezember 2016 wurden noch in Windeseile 60 Prozent aller Windkraft-Projekte des Jahres in Baden-Württemberg genehmigt, um den Investoren vor Jahresfrist die höheren Subventionen zu garantieren.

Leserbrief von Christel Olivier Straubenhardt

 

Badische Neueste Nachrichten | Ettlingen | ETTLINGEN | 27.03.2018

Mit freundlicher Genehmigung der BNN

23. März 2018
Bericht der BNN vom 23.03.2018: Ettlingen beschreitet Klageweg gegen Windkraft
„Offen, ob eine Klage Aussicht auf Erfolg hat“
Von Redaktionsmitglied Rainer Obert
Ettlingen. Wer Wind sät, wird Sturm ernten … Ganz so drastisch ist Ettlingens Kampf gegen die Windkraft nicht zu sehen – dennoch könnte die Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim landesweit für Schlagzeilen sorgen. Mit 17 zu 13 Stimmen entschied der Gemeinderat jetzt: Ettlingen zieht vor Gericht, um notfalls auch vor dem Europäischen Gerichtshof zu klären, ob Ausnahmegenehmigungen nach dem Motto Klimaschutz vor Artenschutz für den Bau von Windkraftanlagen nach Bundesgesetz nicht mit EU-Recht kollidiert.
Mehrere Mitglieder der Schluttenbacher Bürgerinitiative gegen Windkraft auf dem Kreuzelberg standen in der Bürgerfragestunde auf, um unter anderem zu betonen, dass EU-Recht gebeugt werde. Bürgermeister Moritz Heidecker stellte nochmals die Situation der Stadt dar: „Es ist offen, ob eine Klage Aussicht auf Erfolg hat.“ Kosten von mindestens rund 20 000 Euro könnten im Fall einer Niederlage auf die Stadt zukommen. Im Falle des Sieges könne drohen, dass dann auf allen Ettlinger Flächen Windkraft zulässig wäre. Der Verwaltungsgerichtshof könne aber müsse die Sache nicht dem Europäischen Gerichtshof vorlegen. Seit Jahren beschäftigt das Thema Kreuzelberg den Gemeinderat, OB Johannes Arnold votierte am Ende gegen eine Klage. Wie erklärte, nach Abwägung der Chancen und Risiken. Das für die Stadt erstellte Rechtsgutachten weckt Zweifel am Erfolg vor Gericht, das eigene Gutachten der CDU prognostiziert gute Aussichten. Das Regierungspräsidium müsse zweifelhafte politische Pläne zur Windkraft durchsetzen, so Heiko Becker (CDU). „Eine solche Planung ist einer Prüfung zu unterziehen.“ Viele Kommune in der Region und außerhalb „werden gespannt auf den Ausgang des Verfahrens schauen“. Äußerst knapp war bereits die Abstimmung Technischen Ausschuss des Gemeinderats ausgefallen, wo die CDU ebenfalls schon geschlossen für den Klageweg plädierte. „Es geht darum, ob Anlagen auf dem Kreuzelberg rechtmäßig sind“, befand Herbert Rebmann (FE/FW). „Ein politisches Projekt soll gegen die Rechtslage durchgesetzt werden.“ Man sei in der Fraktion gespalten. „Welches ist das höhere Gut?“, fragte sich Sonja Steinmann (SPD) mit Blick auf Klima- und Artenschutz. Auch so müsse jedoch wohl niemand Windkraft auf dem Kreuzelberg fürchten – auch durch größere Hürden der neuen Vergaberichtlinien. „Wir nehmen alle Gemeinden im Regionalverbandsgebiet aber mit ins Boot – ob sie wollen oder nicht.“ Uneinheitlich sei das Meinungsbild in der Fraktion. „Politischen Schaden reduzieren“, forderten die Grünen (Reinhard Schrieber). Die Probleme mit Nachbarkommunen im Fall einer Klage schätze man als schwer ein. Klimaschutz, sprich Windkraft, sei auch Artenschutz, spannte Schrieber den weltweiten Bogen in Sachen Klima. „Die Fronten im Gemeinderat und in der Bevölkerung sind klar“, war das Fazit von Martin Keydel (FDP). Man stimme „dem weiteren, steinigen Weg“ vor Gericht zu.
OB Johannes Arnold votierte bei der Abstimmung gegen eine Klage. Er erklärte jedoch, dass der Regionalplan auch weiterhin Gültigkeit habe, auch der Flächennutzungsplan könne fortgeführt werden. Bis zum Sommer muss die Stadt nun Klage erheben. Wie lange der Rechtsstreit letztlich dauern wird, das ist im Moment nicht absehbar.

 

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HOCH HINAUS geht es gerichtlich jetzt in Sachen Ettlinger „Hausberg“ und Windkraft. Nachdem der Kreuzelberg im Regionalplan als Vorranggebiet für Windräder ausgewiesen wurde, strengt die Stadt Ettlingen nun eine Normenkontrollklage vorm Verwaltungsgerichtshof Mannheim an – das Urteil könnte Wellen schlagen. Foto: rob
Badische Neueste Nachrichten | Ettlingen | ETTLINGEN | 23.03.2018
Mit freundlicher Genehmigung der BNN
28. Februar 2018
Achtung Satire: Hilferuf eines Straubenhardter Bürgers aus der Z u k u n f t….

Mein heutiges Tagebuch:

Es ist heute Dienstag, der 27. Februar 2 0 2 4, 17:30 Uhr.

Das Außenthermometer zeigt -11°, im Haus sind es nur noch + 4 °. Die Windräder im Naturpark Nordschwarzwald bewegen ihre Flügel nicht mehr, der mir versprochene stetige Strom für meine teure, vor vier Jahren zwangsweise nachgerüstete Elektroheizung ist ausgeblieben. Unser Haus ist daher seit Tagen eiskalt, denn der Blockwart von der GFP (Grüne Fortschritts Partei), Gerd Bruckmeister, hat uns angezeigt wegen Verstoß gegen § 18, Absatz 2 Forstgesetz Baden-Württemberg. Vor zwei Tagen hatten wir in der Nacht ein paar der letzten Äste im Wald am Sportplatz Dobel mit Wurfseilen heruntergezogen, um unseren inzwischen ja auch längst illegalen Ofen einzuheizen. Mit unseren 75 Jahren sind wir ja nicht mehr die Schnellsten, auch setzt uns der staatlich angeordnete Verzicht auf den energieintensiven Transport vitaminhaltigen Obstes aus Südfrüchten in dieser Jahreszeit sehr zu. Wisst ihr noch wie Orangen schmecken, oder gar Pomelos?
Ja, und da hat uns dann Herr Bruckmeister halt mit unserem Astbündel erwischt. Das Holz hat er sofort beschlagnahmt, dies würde viel dringender in der GFP-Parteizentrale in Stuttgart benötigt. Und wofür überhaupt das Holz? Private Öfen seien doch schon seit Sommer 2023 wegen ihrer immensen Dreckschleuderei mit einem Verbot der Nutzung belegt. Wir sollen froh sein, dass er uns beim Landratsamt Calw nur wegen illegaler  Holzentnahme aus dem Staatswald anzeigt, über den Ofen werde er gegen Zahlung einer Spende in Höhe von 1.000 Euro an die örtliche Parteizentrale noch einmal, aber nur noch einmal, hinwegsehen. Da wir, als ehemalige Aktivisten der BI Gegenwind Straubenhardt, schon seit 2014 als subversive Elemente in Stuttgart aktenkundig sind, wird der Ast-Diebstahl wohl zu einer finanziell sehr schmerzhaften Strafe führen. Leider hat auch unser neues e-mobil, der Unterstetter i13, trotz versuchter Batterieladung mit meinem  Fahrradgenerator, den Start bei dieser Kälte verweigert. In Folge können wir auch nicht mehr zum Einkaufen fahren, die Kühlkammer (nicht der Kühlschrank – der ist längst abgeschaltet) ist fast leer. Auch die Nachbarn, natürlich bis auf Parteimitglieder der GFP, leiden auch sehr unter diesen Umständen und können uns nicht helfen. Wie wir aber soeben aus dem batteriebetriebenen Radio, über den Langwellensender auf 225 kHz, Ulaanbaatar Radio Mongolei, gehört haben, nimmt die Mongolei Klimaflüchtlinge aus Deutschland gerne auf. German Refugees welcome!

Nun zu meinem Anliegen:
Wer unterrichtet uns ab sofort in der mongolischen Sprache Монгол Улс/Mongol Uls ?
Wer hat schon Freunde / Bekannte / Verwandte, die schon in der Mongolei sind und uns beraten können?
Gibt es eine günstige Mitfahrgelegenheit mit anderen Betroffenen nach Ulaanbaatar ?

Über alle Hinweise sind wir dankbar und belohnen den besten Hinweis mit unserem  letzten 10 Liter Kanister Shell Diesel, Jahrgang 2018.

Sven Dahlke und Ehefrau Olivia

Satire? Wohl schon, aber mit einem überaus ernsten Hintergrund ! Nach weitgehender Flaute gestern, am kältesten Tag des Jahres, drehen sich die meisten Windmühlen heute wieder müde und produzieren vielleicht 5% ihrer Nennleistung. Das wären 150 kW, etwa  so viel wie die Höchstleistung eines aktuellen Dieselmotors mit 2 Liter Hubraum.

Wir grüßen Sie sehr herzlich

Ihre BI Gegenwind Straubenhardt e.V.

-Ende des Hilferufs aus Straubenhardt-

…und einen derartigen Windkraft-Unfug lassen…

 

 

14. Januar 2018
Neues Schallmessverfahren für Windkraftanlagen verspricht für die Zukunft größere Abstände zur Wohnbebauung

Ende November hat die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionen ein neues Verfahren zur Berechnung der Schallemissionen bei Windkraftanlagen in Kraft gesetzt. Diese neuen Schallschutzregeln müssen im Rahmen von Genehmigungsverfahren ab sofort beachtet werden.

Lesenswert hierzu:

http://eifelon.de/umland/ein-chance-fuer-windradlaerm-geplagte-anwohner-neues-schallmessverfahren-fuer-windraeder-in-kraft.html

http://www.tobiaswald.de/2018/01/10/endlich-realistischer/

11. September 2017
Gutachten beweist: Windenergieerlass ist rechtswidrig

Ein aktuelles Gutachten der Kanzlei Caemmerer-Lenz, Karlsruhe, befasst sich mit dem Windenenergieerlass und anderen baden-württembergischen Verwaltungsvorschriften zu Ausnahmen vom Tötungsverbot nach Bundesnaturschutzgesetz.
Nach § 44 BNatSchG ist es verboten, Wildtiere zu töten. Da insbesondere Greifvögel wie der Rotmilan beim Bau von Windkraftanlagen einer hohen Tötungsgefahr ausgesetzt werden, sah sich die Landesregierung von Baden-Württemberg mit dem Problem konfrontiert, dass viele Anlagen wegen Verstoßes gegen das artenschutzrechtliche Tötungsverbot nicht genehmigungsfähig sein könnten. Den Ausweg bot § 45 Abs. 7 BNatSchG, der unter anderem vorsieht, dass aus “zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses” Ausnahmen vom Tötungsverbot gemacht werden können. Aus Sicht der baden-württembergischen Landesregierung sind Windkraftanlagen selbstverständlich von überragendem öffentlichem Interesse – was sind schon ein paar hundert oder auch tausend Greifvögel gegen die grüne Utopie des ganz und gar “sauberen” Stroms.
Um zu vermeiden, dass weniger idealistische Verwaltungsbeamte dies bei der Genehmigung von Windkraftanlagen nicht ganz so sehen und aufgrund des Tötungsverbots Genehmigungen nicht erteilen würden, erließ die Landesregierung Verwaltungsvorschriften, die den Beamten nahe legen, wie wichtig die Windkraft und wie unwichtig andere Belange dagegen sind. Solche Verwaltungsvorschriften sind der Windenergieerlass von 2012 und die “Hinweise zu artenschutzrechtlichen Ausnahmen vom Tötungsverbot bei windenergieempfindlichen Vogelarten bei der Bauleitplanung und Genehmigung von Windenergieanlagen” vom 01.07.2015. Mit diesen Vorschriften übt die Landesregierung Druck auf Verwaltungsbehörden dahingehend aus, dass möglichst viele Windkraftanlagen genehmigt werden.
Dass dies gegen höherrangiges deutsches und europäisches Recht verstößt, beweist das Gutachten (lesen Sie hier), das die Rechtsanwälte Dr. Rico Faller und Julia Stein im Auftrag des Landesverbandes baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen in Natur- und Kulturlandschaften e.V. erstellt haben.

In seinem Schreiben, das an Landratsämter, Regierungspräsidien und politische Funktionsträger übersandt wurde, fordert der Landesverband baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz dazu auf, die betreffenden Erlasse für nicht anwendbar zu erklären und zu veranlassen, dass darauf beruhende Bescheide überprüft werden.

Lesenwert hierzu auch die Stellungnahme von Gegenwind Ettlingen.

 

 

 

1. August 2017
Windpark Straubenhardt: Dobel verliert vor Gericht

Karlsruher Richter: Planungshoheit nicht verletzt und Auswirkungen auf den Tourismus nicht zu befürchten

Gemeinde will sich mit Anwalt kurzschließen

Dobel/Karlsruhe (hei/rob). Die Gemeinde Dobel hat vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe eine Niederlage in Sachen Windpark Straubenhardt erlitten. Sie hatte im Januar – wie berichtet – Widerspruch gegen die Windparkgenehmigung eingelegt und vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe die Gewährung von Eilrechtsschutz beantragt. Zur Begründung trug sie im gerichtlichen Verfahren vor, der Windpark mit elf Windenergieanlagen beeinträchtige sie insbesondere in ihrem Selbstverwaltungs- und Selbstgestaltungsrecht massiv, so dass sie ein erhebliches Interesse habe, die Errichtung und den Betrieb des Windparks zu verhindern. Über den Widerspruch hat das zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe bislang nicht entschieden.

Die neunte Kammer des Verwaltungsgerichts Karlsruhe lehnte in ihrem Beschluss den Antrag der Gemeinde Dobel nun ab. Der Antrag sei zulässig, aber unbegründet. Die Abwägung der widerstreitenden Interessen falle zu Lasten der Gemeinde Dobel aus.

Eine Verletzung von Rechten, die dem Schutz der Gemeinde Dobel dienten, liege aller Voraussicht nach nicht vor. Die Antragstellerin, also die Gemeinde, könne sich nur auf eine Verletzung von Rechten berufen, die sich aus der gemeindlichen Selbstverwaltungsgarantie ergäben, und die Ausfluss ihres zivilrechtlich geschützten Eigentums seien. Sie sei insbesondere nicht befugt, Belange ihrer Bürger, wie Lärmschutzinteressen, oder den Schutz vor visuellen Beeinträchtigungen geltend zu machen beziehungsweise die Unvereinbarkeit des Vorhabens mit den Belangen von Natur und Landschaft gerichtlich überprüfen zu lassen. Weder Verfahrensvorgaben bei Erteilung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung noch materielle Vorschriften zum Schutze der Gemeinde seien voraussichtlich verletzt worden.

Insbesondere sei die Kommune nicht in ihrer verfassungsrechtlich abgesicherten Planungshoheit verletzt. Dies sei nur der Fall, sofern eine eigene hinreichend bestimmte Planung der Gemeinde vorliege und die Störung nachhaltig sei, also unmittelbare Auswirkungen gewichtiger Art auf ihre Planung habe. Die Planungshoheit der Antragstellerin sei hier gewahrt, weil in den von ihr benannten beplanten Gebieten (u.a. das einer Kurklinik) die einschlägigen Immissionsrichtwerte nicht überschritten würden. Denn es seien bei genehmigungsmäßigem Betrieb der Windenergieanlagen keine schädlichen Lärmimmissionen auf diese Gebiete zu erwarten. Zudem würden in den Nebenbestimmungen zur immissionsschutzrechtlichen Genehmigung sowohl Höchstgrenzen für den Schallleistungspegel des Windparks festgesetzt als auch auf die Einhaltung der Lärmrichtwerte hingewiesen. Auch das Selbstgestaltungsrecht der Gemeinde sei nicht verletzt. Die Windenergieanlagen befänden sich zwar teilweise direkt an der Gemarkungsgrenze zur Antragstellerin, vom Ortsrand seien sie jedoch mindestens 1 450 Meter entfernt. Die bloße Sichtbarkeit vom Ortsrand führe für sich genommen zu keiner erheblichen Beeinträchtigung des Ortsbildes. Allein die Tatsache, dass die Windenergieanlagen angesichts ihrer Größe markant in Erscheinung träten, rechtfertige nicht den Schluss, sie wirkten verunstaltend. Bei der Landschaft um die Gemeinde Dobel handele es sich zum geplanten Standort des Windparks hin im Wesentlichen um eine typische bewaldete ruhige Mittelgebirgslandschaft.

Besonders hervortretende landschaftliche Merkmale fänden sich hier nicht. Keine der elf geplanten Anlagen sei in voller Größe vom bebauten Gemeindegebiet Dobels sichtbar. Die Anlagen stünden aufgelockert und teilweise versetzt hintereinander. Auch werde die Sichtbeziehung vom Aussichtsturm Dobel in die Rheinebene und zu den Vogesen und in Richtung Kraichgau und Odenwald nicht beeinträchtigt. Auch werde die Antragstellerin voraussichtlich nicht in ihrer Existenz als Tourismusstandort gefährdet; er nachhaltige Verschlechterung sei nicht zu erwarten. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig; Beschwerde beim VGH in Mannheim ist möglich. In Dobel führte die Nachricht über die Gerichtsentscheidung gestern freilich zu Unmut im Rathaus. Man werde aber nicht vorschnell handeln, verdeutlichte der Bürgermeister. Die Gemeinde hat letztlich eine 14-tätige Beschwerdefrist gegen das Urteil beim Verwaltungsgerichtshof. „Wir werden mit unserem Anwalt das weitere Vorgehen besprechen“, erklärte Bürgermeister Christoph Schaack gegenüber den BNN. Die umfangreiche Begründung müsse vor einer Reaktion eingehend geprüft werden.

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Badische Neueste Nachrichten | Ettlingen | ETTLINGEN | 01.08.2017

Mit freundlicher Genehmigung der BNN

26. Juli 2017
Kurzschluss bei der Energiewende – Lesenswert!

Glücklicherweise existieren noch Presseorgane, für die eine sorgfältige Recherche und objektive Betrachtung aller Fakten zum Geschäft gehört. Aus diesem Grund gibt es auch hin und wieder Artikel über die Energiewende zu lesen, die sich mit Tatsachen auseinandersetzen. Eine umfassende Analyse der nicht eingelösten Versprechen der Energiewende bietet Daniel Wenzel in seinem Artikel “Kurzschluss bei der Energiewende”, erschienen in der Welt am Sonntag vom 23.07.2017.

Zu den Auswirkungen auf die Vogelwelt in derselben Ausgabe der Beitrag von Fritz Vahrenholt: “Bis kein Storch mehr fliegt”.

 

 

26. Februar 2017
Traurige Waldwanderung zwischen Dennach und Dobel

Ja, es war ein trauriger Anlass, die Waldwanderung zum Standort der  Wind-Industrieanlage 10 von insgesamt 11 x 200m hohen Anlagen, die so hoch sind wie der Stuttgarter Fernsehturm.

Sie sollen mitten im Naturpark Schwarzwald Mitte Nord auf Straubenhardter Gemarkung, in einem laut Windatlas ausgewiesenen Schwachwindgebiet errichtet werden. Diese Wind-Industrieanlagen (WEA) sind Kraftwerke mit ca. 1000 Litern Wasser gefährdenden Chemikalien im Inneren und sie liegen auch mitten im Wasserschutzgebiet und in der Nähe von Quellgebieten.

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Viele Mitbürger, die sich am 12.2.2017 vor Ort vom Ausmaß der Naturzerstörung ein Bild machen wollten, waren erschüttert, fassungslos, niedergeschlagen und immer wieder hörte man die Bemerkung, „das hatte ich mir nicht so vorgestellt“. Erschüttert waren viele über das Vorgehen der Behörden immer im Sinne des Investors und über das Durchregieren seitens der Landesregierung. Viele hatten wenig Ahnung, obwohl die BI Gegenwind Straubenhardt e.V. wahrlich genug Öffentlichkeitsarbeit geleistet hatte.

Manche der Mitwanderer hatten Grün gewählt, im guten Glauben. Sie sind nun fassungslos über den Verrat der Grünen an der Natur.

Immer mehr Leute erkennen, wie hoch der Schaden am öffentlichen Eigentum (Straubenhardter Wald) ist für den bescheidenen Nutzen der Pachteinnahme für die Gemeinde Straubenhardt. Den Hauptnutzen hat der Investor über die EEG Umlage, in diesem Falle Dietmar Hopp mit 51% an der WIRSOL beteiligt. Für den Stromkunden dreht sich die Strompreis-Spirale in Deutschland weiter. Die Rücksichtslosigkeit des Vorgehens bei den Rodungsarbeiten, die Nichteinhaltung von Nebenbestimmungen und die offensichtliche Freigabe der Zuwegungen durch die Gemeinde Straubenhardt und die widerrechtliche Rodung im Gemeindewald, obwohl der Gestattungsvertrag noch nicht unterschrieben ist, hat mittlerweile bereits zu zwei Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft geführt.

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Man fragt sich zu recht, warum Wind und Sonne als Säulen Energiewende bezeichnet werden, Säulen, die nicht einmal als Strohhalm bezeichnet werden können. Wind und Sonne stehen nicht immer zur Verfügung, Windenergie ist nicht speicherbar, Großbatteriespeicher für sogenannte Wind“parks“ gibt es noch nicht und wären unbezahlbar, das sollte eigentlich jeder wissen. und die Atomkraftwerke werden alle bis 2022 abgeschaltet sein. Die so oft vorgebrachte Bemerkung: Ich schaue lieber auf ein Windrad als auf ein Atomkraftewerk greift nicht mehr.

Vom 16.Januar bis 26. Januar hatten wir übrigens flächendeckend in ganz Deutschland eine „Kälteflaute“ – es gab so gut wie keine Einspeisung von Wind und Sonne. Alle konventionellen Kraftwerke mussten auf volle Leistung gehen. Hätten wir statt mittlerweile 28 000 WEA 100 000 WEA, hätte sich daran nichts geändert. So sieht die Realität aus.

Leserbrief BNN von Christel Olivier zu „Widerspruch gegen Baugenehmigung“ vom  14.02.21017